Das exakte Datum von Lichtmess oder Maria Lichtmess ist der 2. Februar. (Früher – in vorchristlicher Zeit, als das Fest noch Imbolc oder Imbolic – Die Rückkehr des Lichts genannt wurde, waren die Daten noch nicht so streng einzuhalten. Denn kein gnadenloser Kalender samt Uhrwerk bestimmte das Leben der Menschen, sondern die Rhythmen der Natur, ihre zyklischen Verläufe, ihre immer wiederkehrenden, ewig kreisenden Energien, deren Sinn vielleicht darin liegt, dass sie jedes Mal gleich und doch nicht dieselben sind, in ihrer Ausprägung und oberflächlichen Gestalt jedes Mal anders, ganz anders vielleicht sogar…
Es ist eine Wahrheit und eine Tatsache, dass das Leben auf der Erde in Zyklen verläuft. Ich kann nicht verstehen, wie unter diesen Voraussetzungen jemals ein auf lineares Wachstum ausgerichtetes Wirtschaftssystem funktionieren soll, aber gut, lassen wir dieses Problem die Ökonomen lösen und wenden wir uns wieder der Kerzenweihung an Lichtmess zu…

Früher war es Brauch, an diesem Fest – oder irgendwann im Februar bis in den März hinein – eine Kerze zu weihen. Ich würde sagen, bis Frühlingsanfang sollte sie fertig sein, unsere Jahreskerze, das wäre dann um den 20. März. Ansonsten und auch in diesem Fall ist eben ein naturverbundenes Leben nicht so streng, exakt und unnachgiebig wie das Leben in unserer der Arbeits- oder Schulwelt. Vieles ist hier möglich, es gibt genügend Zeit für Erholung und Regeneration, aber auch um Abenteuer zu erleben oder – um einfach das Leben zu genießen, jeder auf seine Weise…

Ich möchte Dich nicht stressen, mit diesem Vorschlag der Kerzenweihe, Dir keine neue, lästige Pflicht auferlegen, ich möchte Dir viel mehr eine Möglichkeit zeigen, Anschluss, spürbaren erlebbaren Anschluss an die Rhythmen von Mutter Natur vor unserer Haustür zu finden und so dein spirituelles Selbst abzuholen und ein ganzes Stück auf deinem Weg durchs Leben mitzunehmen, jeden Tag und jedes Jahr ein bisschen weiter… Und ich möchte dir einen Weg aufzeigen, Anschluss zu finden, an die uralten Traditionen der Menschen hier, an die Traditionen unseres Volkes, unserer Vorfahren, unserer Ahnen. Es ist ein Weg, den viele vor Dir bereits gegangen sind, es ist ein Weg der Rückbesinnung auf das Land und seine Energien, auf die Urkräfte des Lebens selbst, auf das, was uns hier als Menschen ausmacht und unser aller Leben prägt. Und es beginnt vielleicht mit einem kleinen Schritt, dem Weihen einer Kerze. Wo es endet? Das bestimmst nur du allein… Oder Dein Schicksal, dein Weg durchs Leben, dein Seelenplan, wie man heute vermutlich sagen würde…

Eine Kerze weihen – das hört sich für die meisten unserer Ohren sehr, sehr christlich an, kirchlich und nach Weihrauch und irgendwie weit weg von unserem Leben.
Das hat sicher auch eine Berechtigung, doch das meine ich hier nicht.

Es ist eine einfache, bewusste, sinnvolle und zugleich mystische und die Zeiten verbindende Handlung, von der ich hier spreche. Man kauft eine Kerze – eine bunte, glitzernde. Eine goldene, rote, weiße, marmorierte oder von mir aus auch eine Duftende – aber bitte eine mit natürlichen Düften, nicht mit den Erzeugnissen der Chemiefabrik ausgestattete. Schließlich wollen wir unsere Nase zurückführen auf eine natürliche Spur des Lebens und sie nicht sinn- und kopflos in die Irre führen auf einem Weg, der keinen Anfang hat, kein Ende und kein Ziel. Und was macht man, wenn man auf einem solchem Pfad vom Leben abkommt? Man geht zurück.
Zurück dorthin, wo man den Weg verloren hat.
Und wenn das nicht möglich ist? Dann redet man mit Gott.
Man spricht zu ihm. Beten nannte man das früher, oder einfach „einen Dialog“.

Wem der Begriff Gott warum auch immer nicht gefällt, der möge sich vergegenwärtigen, dass er auch einfach mit seinem höheren Selbst sprechen kann. Das ist ein Teil von uns, der zu uns gehört und alle Zeiten überdauert, der weiterlebt, wenn unser irdischer Körper seine Zeit beendet hat. Wir sind dieser Teil gewissermaßen – und auch wieder nicht, denn solange wir auf der Erde inkarniert sind, fühlen wir uns als Körper – Seele und Geist, als drei Teile, vereint in einem: Dem Herz des Menschen. Dort laufen alle Wahrnehmungskanäle zusammen, dort fließen alle Energien zusammen. Unser Herz ist das Zentrum unserer Existenz hier auf Erden. Es ist Mittelpunkt, ist Dreh- und Angelpunkt unseres Daseins.

Ich bin der Überzeugung, dass wir Menschen uns zu weit von den natürlichen Rhythmen entfernt haben – oder doch zumindest viele von uns…

Dort, im bewussten Leben mit der Natur und im Einklang mit den Rhythmen von Mutter Erde warten aber tiefes Glück, innerer Frieden und gelebte Erfüllung auf uns. Ohne diese pulsierenden Rhythmen in unseren Körpern (und damit meine ich sowohl den materiellen, als auch den ätherischen Körper), ohne ihre direkte Erfahrung in unserem Leben werden wir innerlich irgendwie immer unerfüllt und leer zurückbleiben. Es fehlt einfach eine wesentliche Zutat zur Mischung, die ein gutes Leben ausmacht, eine Zutat, die sich auch nicht ersetzen lässt – schon gar nicht durch noch mehr, noch höher, weiter, schneller oder was auch immer…

Ich möchte deshalb diese Artikelserie schreiben, deren Anfang heute Lichtmess macht, in der ich mich, in Anlehnung an den keltischen Jahreskreis aber auch in Anlehnung an Traditionen anderer Naturvölker hier auf Mutter Erde, an diese Dinge erinnere und sie für euch und für uns alle aufschreibe. Denn die Rhythmen des Lebens hier auf der Erde sind da, um unser aller Leben mit Sinn zu erfüllen, um unser aller Dasein zu bereichern. Sie fragen nicht nach Alter, nach Geschlecht, Größe, Haut- oder Haar- oder Augenfarbe oder was auch immer. Sie freuen sich einfach, dass wir da sind uns sie unser aller Leben wieder bereichern dürfen, sie ihm spirituellen Zugang und Sinn ermöglichen können. Ich bin überzeugt: Sie freuen sich über jeden einzelnen von uns, der zurückkehrt, zum Leben im Einklang mit der Natur.

Die folgenden Seiten mögen dabei eine Hilfe sein.

Ich werde rund ums Jahr immer vor dem nächsten Meilenstein im Jahreskreis einen Artikel veröffentlichen und hoffe auf die Kraft und die Zeit dazu.

…und wie weiht man sie nun, die Jahreskerze für 2021?
Man nimmt sich Zeit, diesen Augenblick bewusst zu erleben, vielleicht in Gemeinschaft, vielleicht auch alleine.

Verbinde Dich innerlich mit Deinem Herzen. Atme tief ein und fühle die Energie in Deinem Körper. Sie strömt durch Deinen Körper, sie durchdringt ihn, belebt ihn. Atme wieder aus. Kehre heim in den Rhythmus des Kosmos. Atme wieder ein. Du bist in Deinem Körper, zugleich aber auch außerhalb von ihm. Atme wieder aus und spüre, wie Deine Präsenz sich über die Begrenzungen Deines Körpers hinaus ausdehnt.

Atme nun gleichmäßig ein und aus. Du kannst stehen oder sitzen, wie es Dir angenehm ist. Strecke Deinen Rücken, richte ihn auf und wachse dem Licht entgegen, wie eine Pflanze, wie ein Baum. Stehe oder sitze stabil und fühle Deine innere Stärke, Deine Stabilität, Dein eigenes Glück, Deine Energie.

Dann atme weiter und fühle den Rhythmus des Lebens in Dir. Du kannst dazu den Atem oder Deinen Herzschlag heran nehmen, das ist nicht von belang.

Das Leben pulsiert in Dir und Du bist ein Teil von ihm.

Stelle Deine Fußsohlen auf dem Boden auf.

Verbinde dich nun mit Mutter Erde, indem Du Deine Füße erspürst, dann die Unterseite deiner Füße. Nun stellst Du Dir vor, dass Mutter Erde da ist und dich trägt, dich stützt und immer aufrecht, meint im Leben hält, solange du auf ihr wandelst.

Fühle tief die Verbindung deiner Füße in den Boden. Auch wenn Du die Meditation, der Jahreszeit entsprechend, vielleicht im Haus durchführst, so kannst Du doch mit etwas Übung die Verbindung zu Mutter Erde herstellen. Üben kann man am besten im Sommer barfuß auf Gras, Steinen, Sand, im Meer, See oder wo auch immer es dir gefällt in unserer schönen Heimat, auf unserem schönen Heimatplaneten

Bleibe nun bei dir, genieße den Moment der Verbundenheit.

Wichtig ist, dass Du die gesamte Zeit über tief und entspannt atmest.

Nun wende Deinen Fokus dem Jahr zu, was vor Dir liegt. Auf was freust Du Dich, was erträumst, erhoffst, erwünschst Du Dir? Wo willst Du Deine Energien hinein geben, sie hinein fließen lassen, was willst Du erschaffen? Denn Du bist ein Schöpfer und hast viele Fähig- und Fertigkeiten, auch wenn Du Dir noch nicht aller bewusst bist.

Sei aber auch offen für Neues, für Unvorhergesehenes, für das, was das Leben Dir bringen und schenken mag, an Lehrreichem, an Schönem, an erst im Rückblick-Sinn-Machendem.

Dann nehme Dir Deine Kerze, die Du bereit gestellt hast, und werde innerlich ganz still.

Nun ist der Moment, sie anzuzünden, zum allerersten Mal.

Ich lade Dich ein, sie dann immer wieder anzuzünden übers Jahr, diese Deine Jahreskreiskerze, gerne an Festtagen, ebenso an für dich besonderen Tagen, in besonderen Augenblicken – traurigen, fröhlichen, zu Herzen gehenden, an Tagen, an denen Du Halt und ein Licht in Deinem Leben brauchst ebenso wie an solchen, wo Dir das Herz überfließt vor Licht und Liebe.

Sie soll genau ein Jahr reichen, wähle die Tage gut, an denen Du sie entzündest, und lasse genug übrig für den Winter…

Nun ist der Moment gekommen, wo die sie das erste Mal entzündest.

Die Kerze verbindet Dich durch ihre Flamme immer wieder mit dem Leben an sich, mit dem Licht des Lebens in Deinem Herzen, aber auch mit dem göttlichen Licht, mit der Quelle der Schöpfung, die tief in uns und weit entfernt zugleich wohnt und mit der wir alle ewig verbunden sind.

Immer, wenn Du die Kerze entzündest, wird sie Dir helfen, dein inneres Gleichgewicht wieder zu erlangen, zu verarbeiten, was geschehen ist, die guten wie auch die unschönen Dinge, die nun einmal zu jedem Leben dazu gehören. Denn Schmerz ist Wachstum und Schmerz heilt. Er gehört dazu, er will uns nichts Böses, er ist einfach Zeichen, ist Wegweiser und

Energie, so wie alles Energie ist und Du ein kleiner, aber wichtiger Teil von ihr, der unendlichen Energie des Kosmos.

Vielen Dank, dass Du an der Kerzenweihe teilgenommen hast.

Nun ist der Augenblick gekommen, das Jahreskreisfest zu feiern und diesen Tag, der symbolisch für die Rückkehr des Lichtes auf der Erde, für die immer heller werdenden Tage, für das Wiedererwachen der Natur steht, zu zelebrieren und zu genießen. Wie Du das machen möchtest, das ist allein Deine Sache

Ich möchte an dieser Stelle noch ein paar abschließende Gedanken zur Natur mit Dir teilen:

Wir alle sind Teil der Natur und ihrer Rhythmen und ich wünsche mir, dass immer mehr und mehr Menschen wieder eine Kerze entzünden und das muntere Leben im neuen Jahr damit feiern.

Hiermit meine ich eben nicht so sehr den Kalender, der natürlich am 1.1. bereits begonnen hat. Ich meine unser Licht-Jahr hier auf der Erde, das Jahr im Rhythmus der Natur. Dieses beginnt eben so wirklich erst mit dem wiederkehrenden Licht im Februar, es beginnt erst, wenn wir wieder herauskommen aus der Trance und dem beinahe dauermeditativem Zustand eines Dezembers und  Januars. Nach einem außergewöhnlich anstrengendem Jahr – und manchmal habe ich den Eindruck, viele von uns erleben derzeit sehr viel Jahre ihres Lebens als außergewöhnlich anstrengend – nach einem solchen Jahr, kann dieser Zustand der Trance, der Innenschau und des Entrückt-seins von der Welt auch bereits Ende Oktober oder spätestens im November beginnen. Das ist keine behandlungsbedürftige Krankheit, sondern die dringende Sehnsucht der Seele und der Bedarf des Körpers und des Geistes eines Menschen (und das alte Wort „Geist“ kann man wohl am ehesten mit „Intellekt“ übersetzen) nach Erholung, nach innerer Ruhe und Innenschau, nach Verarbeiten des Erlebten, nach innerem Frieden und – einfach einer Pause.

Die Uhren laufen im Winter nun mal anders als im Sommer, wo dieser Zeit der Innenschau und Trance – November, Dezember und Januar – eine tolle Zeit der überströmenden Energien, der offen gelebten Freude und des Überschwangs des Lebens in jeglicher Hinsicht, diametral gegenüber steht. Im Mai, Juni und Juli geht das Leben einen ganz und gar überbrodelnden, sehr viel schnelleren, lebhafteren, in jeglicher Hinsicht übersprießenden Gang, bevor es im August ganz langsam und allmählich wieder ruhiger wird.

Wir sind eben Teil der Rhythmen der Natur und sie leben in uns, nicht außerhalb von uns, das sollte man sich immer mal wieder vergegenwärtigen, wenn man sich wundert, warum man an einem trüb-grauen Novembermorgen so gar nicht auf Trab kommt und im Mai bis spät am Abend energiegeladen ist…

Wir dürfen wieder lernen, den Sommer zu feiern, das Leben zu feiern in dieser überschwänglichen Zeit, ebenso wie wir wieder lernen dürfen, die Ruhe des Winters entspannt zu genießen, uns zumindest ein paar Tage lang einfach einschneien zu lassen, so es denn möglich ist und / oder von den Dänen des hyggelige Leben in dunklen nass-grauen Herbst- und Wintertagen lieben zu lernen… Die Dänen haben die Gemütlichkeit hier geradezu erfunden, so könnte man sagen, nicht umsonst sind sie trotz dunklerer Wintertage als man sie hierzulande findet kürzlich zum glücklichsten Volk der Welt gewählt worden – doch dazu mehr in einem anderen Blogbeitrag, den ich sicher irgendwann schreibe, zwischen September und November im Jahr 2021. Jetzt freue ich mich erst einmal auf den Frühling…

Im Februar, wenn der Saft allmählich in Weiden, Pappeln und Birken aufsteigt, wenn die Lockrufe des Lebens stärker werden und jeder Organismus allmählich aus seinem tiefsten Inneren heraus wieder Fahrt aufnimmt, da weihen wir unsere Kerze und feiern die Rückkehr des Lebens auf die Erde – und nicht am 1.1. – wo zwar das Kalenderjahr beginnt, wir aber mitten in der Trance-zeit des Winters, sogar in den heiligen Raunächten energetisch leben und wandeln. Alles klar soweit?!

Deine Kerze wird Dich nun geleiten durch das Jahr, wird Dir ein Helder sein, wann immer Du es zulässt. Und im nächsten Jahr weihen wir wieder eine Neue und schauen, was 2022 so bringen mag…

Herzlichen Dank für’s Lesen und Meditieren, bitte nun feiern zu gehen…

Lia

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